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Zwischen Wahnsinn und Normaliät oder: Der normale Wahnsinn (pdf) Neuer Einsendeschluss ist der 15.6. 2010 „Seit dem Mittelalter ist der Wahnsinnige derjenige, dessen Diskurs nicht ebenso zirkulieren kann wie der der andern: sein Wort gilt für null und nichtig, es hat weder Wahrheit noch Bedeutung, kann vor Gericht nichts bezeugen, kein Rechtsgeschäft und keinen Vertrag beglaubigen [...]“.
(Foucault 2007: Die Ordnung des Diskurses)
In der „Ordnung des Diskurses“ beschreibt Michel Foucault die Entgegensetzung von „Vernunft und Wahnsinn“ als ein historisches Prinzip der Ausschließung. Noch heute kennen wir die Unterscheidung zwischen Ratio- und Irrationalität, die eine ganz ähnliche Funktion erfüllt: Sie markiert die Grenze zwischen Norm und Normbruch. Dabei braucht die Norm beides: „die Heiligkeit und den Schein“ (Heinrich Popitz). Aber wer braucht die Norm? Fürs Recht wie für unseren Alltag gilt gleichermaßen: Die Welt, in der wir leben, stützt sich einerseits auf ihre Berechen- und Vorhersagbarkeit. Doch andererseits werden Erwartungshaltungen überall und kontinuierlich enttäuscht, und so bleibt kaum ein Bereich der Gesellschaft von der Unterscheidung zwischen Normalität und Devianz unberührt. Ob in der Kriminologie, der Religion, der Medizin, der Politik, der Ökonomie, im Recht u.v.m. – überall fragt die Soziologie nach abweichendem Verhalten, nach gesellschaftlichen Anomien, Inszenierungen, dem Sag- und nicht Sagbaren, nach Arten der Diskriminierung, nach Mechanismen der In- und Exklusion oder zugespitzt: nach dem Verhältnis von Wahnsinn und Normalität. Das Studentische Soziologiemagazin sucht studentische oder promovierende AutorInnen, die sich mit derartigen oder ähnlichen Fragen beschäftigen und die Chance nutzen wollen, ihre Ergebnisse aus der Schublade heraus und in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch (thematisch unabhängige) Kurzrezensionen soziologischer Publikationen und Berichte über soziologische Events (Tagungen, Workshops) sind sehr gern gesehen. Wir freuen uns über Einsendungen bis zum 15.06.2010 an
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Nähere Informationen sowie Hinweise für AutorInnen findet ihr unter www.soziologiemagazin.de. Das entsprechende Heft „Zwischen Wahnsinn und Normalität“ erscheint zum Semesterbeginn Anfang Oktober 2010. |